Dolmetscher Griechisch

„Die Amtssprache ist deutsch“.

So steht´s in § 23 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz . Und fast genauso in § 184 des Gerichtsverfassungsgesetzes: „Die Gerichtssprache ist deutsch“.

Wenn also ein Verfahrensbeteiligter „der deutschen Sprache nicht mächtig ist, so ist ein Dolmetscher zuzuziehen“ (§ 185 Absatz 1 Gerichtsverfassungsgesetz). Es heißt dort nicht „kann“ oder „soll“ hinzugezogen werden, sondern „ist hinzuzuziehen“. Gerichte und auch Behörden brauchen also häufig Dolmetscher, um ihre Arbeit machen zu können.

Und ganz besonders häufig Dolmetscher für die griechische Sprache: 1960, nach Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Griechenland und Deutschland kamen zehntausende Griechen, um in München zu arbeiten. Etwas später, während der Militärdiktatur zwischen 1967 und 1974, kamen aus politischen Gründen nochmal viele. Nach Angaben der Stadt München lebten 1964 bereits knapp 14.000 Griechen in München, 2016 waren es gut 27.000. Seitdem suchen wegen der fortdauernden Eurokrise und der in Griechenland nach wie vor herrschenden Not vermutlich noch mehr griechische Mitbürger eine bessere Zukunft in Deutschland und vor allem im Großraum München. Es bestand und besteht also Bedarf für Dolmetscher.

Zufall und Glück hatten mir die Möglichkeit geschenkt, in jungen Jahren ganz passabel Neugriechisch lernen zu dürfen. Als in München hauptberuflich tätiger Anwalt bin ich dann über die Jahre eher nebenbei in die Tätigkeit als Dolmetscher für Neugriechisch „reingerutscht“. Mittlerweile dolmetsche ich heute neben meiner hauptberuflichen Anwaltstätigkeit auch regelmäßig vor Gericht in Strafverfahren, in Zivilverfahren und auch in Familiensachen für Neugriechisch.